Buchprojekt Gefühl und Verstand: Satzspiegel mit goldenem Schnitt

Den Goldenen Schnitt als Gestaltungsregel kennt in der Fotografie fast jeder. Ich bin eine Freundin dieser Gestaltungsregel, denn in den meisten Fällen gestaltet er das Foto sehr harmonisch (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Doch wusstest du, dass es den Goldenen Schnitt auch für die Gestaltung von Buchseiten gibt?

Als ich im letzten Jahr einen meiner Fotospaziergänge an der Mulde leitete, hatte ich eine sehr nette junge Frau dabei. Wir sind ins Gespräch gekommen und es stellte sich heraus, dass Christina Schriftsetzmeisterin ist. Ungewöhnlich, dass sich eine junge Frau für diesen Ausbildungsweg entschied. Ich dachte, dass dieser Beruf in der heutigen Zeit ausgestorben ist.

Wir fingen über mein Lieblingsthema „Schriften“ an zu fachsimpeln und konnten gar nicht wieder aufhören. Neben meiner Fotosammelleidenschaft sammle ich nämlich gerne viele Fonts auf meinem Rechner, um für jedes Thema – ob von einer romantischen Schreibschrift bis hin zu einer modernen Serifenlosen Schrift eine große Auswahl zu haben.

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Der Satzspiegel

Wir blieben im Kontakt und als ich im Frühjahr mit meinem neuen Buch anfing, habe ich sie in mein Atelier eingeladen. Zusammen haben wir für mein neues Naturfotografiebuch „Gefühl und Verstand“ einen klassischen Satzspiegel nach dem Goldenen Schnitt entworfen. Für mich war das Neuland, die Schnittlinien in InDesign anzulegen und danach den Satzspiegel auszurichten. Diese gemeinsame kreative Arbeit hat mir soviel Freude bereitet. Ich habe nicht nur unglaublich viel gelernt (trotz meiner Verlagsausbildung), sondern ich bin froh, dass es das Fachwissen noch gibt und ich damit mein Buchprojekt professionalisieren konnte.

Das Buchformat

Ich hatte mir lange im Vorfeld Gedanken über das Format des Buches gemacht und viele meiner Fotografie-Sachbücher miteinander verglichen. So habe ich mich für das Format 25H x 23B cm entschieden – ein sehr schönes Buchformat für große Bilder.

Wobei ich später auf eine Buchbindung mit Fadenheftung und einem geraden Rücken viel Wert lege, damit man das Buch schön aufklappen und kein Inhalt im Buchrücken schlecht lesbar verschwindet bzw. Bilder abgeschnitten werden. Viele Sachbücher mit Klebebindungen bzw. schlecht gemachte Fadenheftungen leiden darunter.

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Die Schriftenauswahl

Neben dem klassischen Satzspiegel haben wir ebenso die Schriften festgelegt. Glücklicherweise hat mich Christina dabei beraten, bei der riesigen Auswahl kann man schon den Überblick verlieren. Zumal an eine Schrift große Herausforderungen gestellt werden:

  • Besitzt sie verschiedene Schriftschnitte und stellt sie Umlaute und Sonderzeichen da (viele schöne Schriften können leider keine Umlaute darstellen)
  • Ist sie gut les- und druckbar?
  • Ist sie modern, passt sie zum Inhalt und zur Zielgruppe des Buches

Hier haben wir uns viele Gedanken gemacht und einige Entwürfe angefertigt. Am Ende haben wir uns für eine Serifenlose Überschrift und für eine Serifenschrift des Lesetextes entschieden.

Das Grundgerüst steht. In den nächsten Wochen und Monaten werde ich weiter am Inhalt arbeiten.

Eine Antwort auf „Buchprojekt Gefühl und Verstand: Satzspiegel mit goldenem Schnitt“

  1. Grüss dich Jana
    seit ca.2 Jahren (!?) lasse ich mir deinen NewsLetter zusenden. Manchmal überfliege ich ihn….manchmal lese ich ihn bis zum letzten Wort, je nach Zeit, Laune u Interesse.
    Ich weiss wieviel Arbeit u Sorgfalt in einem guten NL steckt, in Deinem ;). Ich moechte hier mein Dankeschön an dich aussprechen, sowie ein herzliches Kompliment, wenn auch ,,nur,, virtuell, senden.
    Schriften, Buchstaben, Leseverhalten….ein Thema welches mich seit über 20 Jahren ebenfalls begleitet.

    Kennst du Tagore? Ind.Philosoph, Lehrer, Schriftsteller und in einem gewissen Sinne auch Künstler.
    Ich verfasste mal ein Referat/ Vortrag zu ihm, bezw.zu einem Studienteil seines Werkes, der Schrift.

    Natürlich kann ich dies hier nicht wiedergeben, werde ich auf meinem Blog tun, sobald meine Website (bildende Kunst/Fotografie) fertig ist .

    Jedoch möchte ich einen Satz zitieren, den er gesagt haben soll.
    ,,Schrift ist wie ein Bild,,
    Und da hatte er Recht.
    ____

    Ich sehe es so:

    ,,Buchstaben, Schrift, Schriften setzen, Worte zu einem Satz zusammenbringen, anordnen auf einer Buchseite, ist wie ein Bild .

    Man betrachtet es, und lässt unsere Seelen berühren und wir werden eingeladen zu lesen…..oder wir blättern um, ( im günstigsten Fall) oder wir legen das Buch beiseite.,,
    ___
    Ich bin häufig auf der Suche nach Schriften….und weil ich sie nicht finde, gestalte ich sie selbst.
    Einmal mit Erfolg gekrönt_2 Buchstaben wurden in die Typografische Sammlung und Ausbildungstätte an der ZHdK, Zürich, aufgenommen. 🙂

    Ja, wie auch immer, ich freu‘ mich auf die weitere Folge hier….
    LG

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