Besuch in der Druckerei

Ich habe meine Buchdruckerei in Bayern besucht. Im Alpenvorland hat sich die Familien-Druckerei Leonhart auf ökologische Druckverfahren spezialisiert. Aktuell wird sie mein kleineres Buchprojekt „Naturfotografie mit dem Smartphone“ drucken.

Für mein ökologisches Buchprojekt haben wir Andrucke mit Biotinten auf Graspapier ausprobiert. Ich bin von dem ersten Ergebnis total begeistert. Ich mag die Haptik des Graspapieres und die Farben von den Biotinten. Arbeiten muss ich noch an Schriften, die momentan auf dem Graspapier noch schlecht lesbar sind. Meine Schriftsetzmeisterin Christina Glaha ist aber überzeugt, auch das Problem bekommen wir gelöst.

Wer mein Projekt schon länger verfolgt, wird gesehen haben, das ich meinen Frühjahrstermin 2019 leider nicht halten kann. Seit Anfang des Jahres war ich komplett mit meinem Smartphonebuch und der Crowdfunding beschäftigt. Das war auch gut so, so konnte ich erste Erfahrungen mit einer Crowdfunding-Kampagne sammeln. Das kostet viel Kraft und ist, wenn man es alleine bewältigt wie ich es tue, nicht immer einfach. Aber es ist machbar und ich denke, das ich mein „großes“ Buchprojekt damit realisieren kann. Das Buch wird voraussichtlich 59,- Eur kosten und ich brauche 300 Vorbestellungen. So kann ich das Fundingziel von ca. 17.000 Eur erreichen. Mit dieser Summe decke ich vor allem die Druckkosten ab, aber auch das Lektorat, Korrektorat, Versandkosten, Steuern und Crowdfundinggebühren ab.

Im Moment plane ich einen Erscheinungstermin für Ende 2019/Anfang 2020 ein. Inhaltlich bin ich zu 80% fertig, aber mir fehlen noch ein paar Bausteine. Es ist auch gut, wenn die Texte eine zeitlang liegen und wenn sie nach ein paar Monaten immer noch gut sind, dann können sie nicht besser werden. Aber in vielen Texten arbeite ich immer dran und es kommen mit der Zeit neue Ideen hinzu. Es wächst kontinuierlich und ich habe das Gefühl, das sich die Texte wie Puzzle langsam zusammen fügen. Mir ist es aber wichtig, dass der Inhalt genauso gut wird, wie das Äußere. Was nützt der tollste ökologische Druck, eine buchmeisterliche Bindung wenn der Inhalt nicht genauso gut ist. Ich möchte es gut machen und Zeit ist eine große Hilfe.

Wenn alles klappt, kann die Crowdfunding Kampagne im Herbst 2019 starten. Ich hoffe bis dahin meine 300 Unterstützer zusammen zu bekommen. Ich würde mich daher sehr freuen, wenn du dich in meine Unterstützer-Liste eintragen würdest, sodass ich dich anschreiben kann, wenn das Projekt startet.

Buchprojekt Gefühl und Verstand: Satzspiegel mit goldenem Schnitt

Den Goldenen Schnitt als Gestaltungsregel kennt in der Fotografie fast jeder. Ich bin eine Freundin dieser Gestaltungsregel, denn in den meisten Fällen gestaltet er das Foto sehr harmonisch (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Doch wusstest du, dass es den Goldenen Schnitt auch für die Gestaltung von Buchseiten gibt?

Als ich im letzten Jahr einen meiner Fotospaziergänge an der Mulde leitete, hatte ich eine sehr nette junge Frau dabei. Wir sind ins Gespräch gekommen und es stellte sich heraus, dass Christina Schriftsetzmeisterin ist. Ungewöhnlich, dass sich eine junge Frau für diesen Ausbildungsweg entschied. Ich dachte, dass dieser Beruf in der heutigen Zeit ausgestorben ist.

Wir fingen über mein Lieblingsthema „Schriften“ an zu fachsimpeln und konnten gar nicht wieder aufhören. Neben meiner Fotosammelleidenschaft sammle ich nämlich gerne viele Fonts auf meinem Rechner, um für jedes Thema – ob von einer romantischen Schreibschrift bis hin zu einer modernen Serifenlosen Schrift eine große Auswahl zu haben.

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Der Satzspiegel

Wir blieben im Kontakt und als ich im Frühjahr mit meinem neuen Buch anfing, habe ich sie in mein Atelier eingeladen. Zusammen haben wir für mein neues Naturfotografiebuch „Gefühl und Verstand“ einen klassischen Satzspiegel nach dem Goldenen Schnitt entworfen. Für mich war das Neuland, die Schnittlinien in InDesign anzulegen und danach den Satzspiegel auszurichten. Diese gemeinsame kreative Arbeit hat mir soviel Freude bereitet. Ich habe nicht nur unglaublich viel gelernt (trotz meiner Verlagsausbildung), sondern ich bin froh, dass es das Fachwissen noch gibt und ich damit mein Buchprojekt professionalisieren konnte.

Das Buchformat

Ich hatte mir lange im Vorfeld Gedanken über das Format des Buches gemacht und viele meiner Fotografie-Sachbücher miteinander verglichen. So habe ich mich für das Format 25H x 23B cm entschieden – ein sehr schönes Buchformat für große Bilder.

Wobei ich später auf eine Buchbindung mit Fadenheftung und einem geraden Rücken viel Wert lege, damit man das Buch schön aufklappen und kein Inhalt im Buchrücken schlecht lesbar verschwindet bzw. Bilder abgeschnitten werden. Viele Sachbücher mit Klebebindungen bzw. schlecht gemachte Fadenheftungen leiden darunter.

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Die Schriftenauswahl

Neben dem klassischen Satzspiegel haben wir ebenso die Schriften festgelegt. Glücklicherweise hat mich Christina dabei beraten, bei der riesigen Auswahl kann man schon den Überblick verlieren. Zumal an eine Schrift große Herausforderungen gestellt werden:

  • Besitzt sie verschiedene Schriftschnitte und stellt sie Umlaute und Sonderzeichen da (viele schöne Schriften können leider keine Umlaute darstellen)
  • Ist sie gut les- und druckbar?
  • Ist sie modern, passt sie zum Inhalt und zur Zielgruppe des Buches

Hier haben wir uns viele Gedanken gemacht und einige Entwürfe angefertigt. Am Ende haben wir uns für eine Serifenlose Überschrift und für eine Serifenschrift des Lesetextes entschieden.

Das Grundgerüst steht. In den nächsten Wochen und Monaten werde ich weiter am Inhalt arbeiten.

Unterstütze mein neues Naturfotografie-Buchprojekt!

Als ich 2014 mein Sachbuch „Naturfotografie mal ganz anders“ veröffentlichte, ahnte ich nichts von seinem Erfolg. Seitdem sind über dieses Buch viele Workshopteilnehmer zu mir gekommen und ich habe tolle Menschen kennen gelernt. Das ist nun über vier Jahre her und gerade in den letzten Monaten häuften sich die Anfragen, wann und ob ich einen 2. Teil veröffentlichen würde. Anfang des Jahres entschloss ich mich zu diesem Schritt. Doch ich wollte andere Wege gehen als bisher.

Das Thema Umweltschutz liegt mir sehr am Herzen. Doch während die meisten nur auf ökologische Kleidung und Nahrung achten, schaut niemand auf Bücher, Zeitschriften und andere Publikationen – die jeden Tag tonnenweise produziert und weggeworfen werden. Die wenigsten Bücher und Zeitschriften, die in der Papiertonne landen, können weder sortiert noch recycelt werden. Niemand schaut auf die unermessliche Papierproduktion, Abholzung der Wälder in Sibirien und deren Umweltfolgen. Niemand interessiert sich für giftige Buchveredlungen: Folienkaschierungen, Heißfolienprägungen, Sonderlackierungen. Lesebändchen aus Plastik usw. Gerade im Naturfotografiebereich muss alles Hochglanz sein.

Als ich im letzten Jahr ein Buchprojekt zum Thema Wildbienensterben bei Startnext unterstützte und sah, dass das Buch nicht ökologisch hergestellt wird und es als Dankeschöns hochgiftige Alu-Dibond-Bilder angeboten wurden, war ich nicht besonders begeistert. Wie kann man sich gegen das Wildbienensterben einsetzen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Umwelt weiter geschädigt wird? Warum verstehen die wenigsten Menschen die Zusammenhänge?

Zu diesem Zeitpunkt war mir klar: Wollte ich jemals ein neues Buch zum Thema Naturfotografie veröffentlichen, MUSS es ökologisch und nachhaltig produziert werden. Denn Naturfotografie bedeutet auch Umweltschutz!

Mir war aber auch bewusst, wollte ich diesen steinigen und unbequemen Weg gehen, wird das wohl kaum mit einem Verlag gehen. Wie viele Verlage gibt es in Deutschland, die ökologisch und nachhaltig  –  dass heißt plastikfreie, ungiftige – Bücher produzieren? Man kann sie an einer Hand abzählen. Und es ist traurig für die gesamte Buchbranche, dass das Thema keine Rolle spielt  – Hauptsache billig in China produziert mit hohem Gewinnmargen, koste es was wolle. Wobei diese kaum beim Buchhändler vor Ort oder beim Autor hängen bleiben. Aber das ist ein anderes Thema. Die Buchhandelskette Thalia hat sogar in einem Gespräch behauptet, dass ökologische Bücher vom Kunden nicht gewünscht seien. Als ich das hörte, war ich voller Unglauben und STINKSAUER über die Bevormundung.

Liebe Thalia: Ich würde gerne ökologisch hergestellte Bücher kaufen! Bücher, die gerne irgendwann rückstandslos verrotten dürfen. Bücher, die gerne unsere Kinder in den Mund nehmen dürfen, ohne sich zu vergiften.

Seitdem ich mich für mein Buchprojekt entschlossen habe, bin ich auf der Suche nach regionalen Partnern, die mir bei meiner Buchproduktion helfen. Ich möchte im März 2019 die ökologische und nachhaltige Buchproduktion über die Crowdfunding-Plattform, Startnext finanzieren lassen.  Dafür brauche ich deine Unterstützung. 

Un weil es bis März noch ein paar Monate hin ist (auch wenn die Zeit schneller vergeht, als wir denken), eine Zeit in der ich das Buch inhaltlich weiter schreiben möchte, habe ich eine Informationsseite erstellt, indem du dich in den Buch-Newsletter eintragen kannst.

In den nächsten Wochen werde ich weiter über mein Buchprojekt „Gefühl und Verstand“ berichten. Wenn du Fragen hast, melde dich bei mir.